Glaubensgrundsätze

Die lexikalische Bedeutung des arabischen Wortes für Glauben, iman, ist die Zusage zu etwas und die Gewissheit über etwas. Im religiösen Kontext meint es die überzeugte und aufrichtige Zusage zu und die Gewissheit über die Richtigkeit all dessen, was Allah vermittels seines Gesandten verkündet hat.

Man unterscheidet zwischen dem summarischen Glauben und dem eingehenden Glauben.

a)    der summarische Glaube – meint den zusammenfassenden Glauben an alle Glaubensinhalte. Wer die Glaubensformel ausspricht hat damit summarisch allen Glaubensinhalten zugesagt.

b)    der eingehende Glaube – meint den differenzierten Glauben an jeden einzelnen Glaubensinhalt, so z.B. der Glauben an Allah, seine Engel, an die Propheten, die heiligen Bücher, an die Wiederauferstehung, das Paradies und die Hölle und an Fügung und Schickung.

Das Eigentliche im Glauben ist die Zustimmung des Herzens. Wenn jemand Gott und seine Offenbarungen vermittels der Propheten von Herzen anerkennt, ist er ein Gläubiger. Dies auszusprechen und in Worte zu fassen, hat den Zweck, dass andere Menschen Kenntnis über seinen Glauben nehmen und dies nötigenfalls bezeugen. Hieraus ergibt sich die berühmte Formel: “Der Glaube ist die Zusage der Zunge und die Zustimmung des Herzens.” Doch bei Allah ist ein Muslim, wer mit dem Herzen zustimmt. So ist die notwendige Bedingung des Glaubens die Zustimmung mit dem Herzen. Deswegen gilt jemand bei Allah nicht als Muslim, wenn er die Glaubensformel spricht aber im Herzen Zweifel über sie hegt. Ferner ist der Glaube ein Ganzes. Man kann nicht einem Teil der Glaubensinhalte zustimmen und einen anderen Teil ablehnen.

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