Die Rechtsschule

Das arabische Wort für Rechtsschule (mezheb) bedeutet wörtlich der Weg, der Pfad. Im theologischen Kontext meint es Ansichten, welche sich aus den Meinungsunterschieden der Religionsgelehrten ergeben.

Die Rechtsschulen des Islam differieren nicht in Ihren Grundsätzen. Sie alle beziehen sich auf den Koran und die Sunna des Propheten. Doch in Fällen, da sich keine strikte Regelung in den Quellen findet, haben Rechtsgelehrte eigene Meinungen und Ansichten geäußert.

Als Mohammed seinen Gefährten Muaz als Richter nach Jemen sandte fragte er ihn:

  • Womit wirst du zu Jemen richten? Muaz antwortete:
  • Mit dem Buche Gottes.
  • Was, wenn du das Gesuchte nicht im Buche findest?
  • So werde ich zurückgreifen auf die Sunna des Gesandten.
  • Was, wenn du es auch dort nicht antriffst?
  • So werde ich mein eigenes Urteil sprechen.

Der Prophet war zufrieden mit dieser Antwort und dankte Allah. (Abu Davud, Akdiye 11; Tirmizi, Ahkam, 3.)

Hieraus geht hervor, dass der Rechtsgelehrte ein Rechtsurteil sprechen kann, wenn sich zu einem bestimmten Gegenstand nichts im Koran und in der Sunna findet. Die Gelehrten können zu einem bestimmten Gegenstand die gleiche Ansicht äußern oder verschiedene Meinungen vertreten. Aus diesen verschiedenen Meinungen ergaben sich die Rechtsschulen. Die Rechtsschulen des Islam unterteilt man in Rechtsschulen des Glaubens und der religiösen Praxis.

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