Rechtsschulen der religiösen Praxis

Die vier verbreitetesten Rechtsschullen unter den Sunniten sind die

Hanefitische, die Schafiitische, die Malikitische und die Hanbalitische Rechtsschule.

Die Hanefitische Rechtsschule

Der Begründer dieser Rechtschule ist Abu Hanife, der eigentlich Numan heißt

und Imam A‘zam (der große Imam) genannt wird.

Er ist geboren zu Kufe im Jahre 80/699. Abu Hanife genoss eine gute Ausbildung und wurde von zahlreichen Gelehrten unterrichtet. 18 Jahre lange war er in der Lehre bei dem berühmten gelehrten Hammad b. Ebi Sulaiman. Mit dem Tode Hammads übernahm Abu Hanife seinen Platz.

Abu Hanife bildete mehr als ein Tausend Schüler aus. Unter diesen befinden sich die bekannten Gelehrten Abu Yusuf (113-182/731-798), Muhammad Ibn Hasan Schaibani (132-189/749-804) und Zufer Ibn Huzeyl (110-158/728-775). Dies sind gleichzeitig auch die ersten Rechtsgelehrten des Islam. Der abbasitische Kalif Mansur unterbreitete Abu Hanife den Vorschlag Kadi zu werden. Als dieser ablehnte wurde er eingesperrt und wohl auch gefoltert. In Folge dessen starb der 70 jährige Abu Hanife um 150/767.

Die Hanefitische Rechtsschule breitet sich zuerst im Iran, später in Ägypten, Indien und der Türkei aus.

Die Malikitische Rechtsschule

Der Begründer dieser Rechtsschule ist Malik bin Anas. Er wurde geboren im Jahre 93/712 in Medina wo er lebtags blieb. Er traf des öfteren zusammen mit Abu Hanife und Abu Yusuf. Er gilt als der Gelehrte Medinas. Sein Hauptwerk ist das Kitab al-Muvatta. Es ist das erste Hadithwerk, welches nach den Prinzipien islamischer Jurisprudenz verfasst wurde.

Die Schafiitische Rechtsschule

Der Begründer dieser Rechtsschule ist Muhammed bin Idris Schafii. Schafii ist geboren im Jahre 150/767 in Syrien und gestorben um 204/819 in Ägypten. Schafii ist ein großer islamischer Gelehrter. Er lernte von Malik bin Anas und Muhammed Schaibani. Schafii gilt als guter Kenner der arabischen Sprache, Dichtung und Geschichte. Die Schafiitische Rechtsschule fand Verbreitung in Ägypten, Südarabien, Ostafrika, Asarbaidschan, Ostanatolien, Indonesien und Java.

Die Hanbalitische Rechtschule

Ihr Begründer ist Ahmad bin Hanbal. Er ist geboren im Jahre 164/248 zu Bagdat und dort um 241/885 gestorben. Ahmad bin Hanbal besuchte wichtige Zentren des Islam, so Mekka, Medina und Damaskus und war auch in der Lehre Schafiis. Hanbal gilt als großer Exeget und Hadithgelehrter. Sein bekanntes Werk, das Musned, beinhaltet mehr als 40.000 Hadithe. Die Hanbalitische Rechtsschule fand Verbreitung in Bagdat, Ägypten, Syrien und im Hedjaz.

%d Bloggern gefällt das: