Das Freitagsgebet

Das Freitagsgebet


Das Freitagsgebet ist nach Koran, Sunna und den Hadithen, Pflichtgebet mit zwei Einheiten, das eine Kanzelrede beinhaltet und nur in Gemeinschaft vollzogen werden kann. im Koran heißt es hierzu:

“O ihr, die ihr glaubt! Wenn am Tage der Versammelns (Freitag), zum Gebet gerufen wird, dann eilt zum (gemeinsamen) Gedenken an Allah und lasst den Handel ruhen. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet. Und wenn das (Freitags)Gebet beendet ist, dann zerstreut euch und bemüht euch wieder um Allahs Gaben. Und gedenkt Allahs häufig, damit ihr erfolgreich werdet”93

Unser Prophet befiehlt bezüglich des Freitagsgebetes folgendes:

“Wenn jemand die Rituellenwaschung vornimmt und zum Freitagsgebet kommt, ruhig der Kanzelrede zuhört, dem werden seine Sünden von diesem Freitag bis zum nächsten Freitag vergeben.”94

Und über die Menschen die das Freitagsgebet verlassen haben, macht unser Prophet eine sehr wichtige Warnung. Ebu Hureyre und Abdullah b. Omar, sagten dass sie folgende Worte unseres Propheten von der Kanzel aus gehört haben:

“Jede Gemeinschaft sollte es vermeiden, das Freitagsgebet zu verlassen. Die Herzen der jenigen, die das Freitagsgebet lassen, werden von Allah versiegelt.”95

Der Freitag ist für Moslems ein Festtag. Es ist empfohlen sich an diesem Tag zu Baden und reinigen, seine Nägel zu schneiden, die Zähne zu putzen, angenehmen Duft zu verwenden, gute und reine Kleider anzuziehen und dann in die Moschee zu gehen. Wenn der Gebetsruf rezitiert wird, sollten die mit Freitagsgebet Verpflichteten ihre Arbeite und Geschäfte lassen und um den Freitagsgebet zu verrichten in die Moschee gehen.

Voraussetzungen des Freitagsgebetes

Damit einer Person das Freitagsgebet zur Pflicht wird, muss diese Person sechs Bedingungen tragen:

1. Männlich zu sein,

2. Frei sein,

3. Ansässig sein,

4. Gesund sein,

5. Nicht Blind sein,

6. Gesunde Füße haben.

Für jemanden der diese Bedingungen nicht trägt, ist der Freitagsgebet keine Pflicht. Pflicht ist das Freitagsgebet für jeden Muslim, der die Geschlechtsreife erlangt hat, gesund ist, frei ist, der sesshaft ist und der keine geistige Störung hat. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind Frauen, Kinder, Kranke, Unfreie und Reisende. Das übliche Mittagsgebet fällt für diejenigen aus, die das Freitagsgebet verrichten.

Das Freitagsgebet ist für Frauen kein Pflichtgebet. Der Prophet hat ausdrücklich gesagt, dass Frauen, Kinder, Kranke, Sklaven und Reisende von diesem Gebet befreit sind. Jedoch können Frauen, wenn sie dies wünschen, am Freitagsgebet und am Festgebet teilnehmen. Dafür gibt es kein Hindernis.

Die Gültigkeit des Freitagsgebetes

Die Gültigkeit des Freitagsgebetes hat sechs Bedingungen:

1. Der Ort in dem man den Freitagsgebet verrichtet muss eine Stadt oder einer Stadt entsprechend sein.

2. Das Freitagsgebet soll ein Staatsbeauftragter verrichten. Ist dies nicht möglich, sollten sich die Moslems über eine Person einigen.

3. Den Freitagsgebet im Mittagszeit zu verrichten. Sowie man nicht vor der Mittagszeit das Freitagsgebet verrichten darf, darf man es auch nicht nach der Mittagszeit verrichten.

4. Vor dem Gebet die Kanzelrede zu halten.

5. Der Ort an dem Freitagsgebet verrichtet wird, muss für die Öffentlichkeit offen sein. Denn das Freitagsgebet ist einer der Merkmale des Islams und einer der Eigenschaften der Religion.

6. Außer dem Imam, müssen zumindest drei Personen in der Gemeinschaft vorhanden sein.

Wenn während der Kanzelrede die vorbereitete Gemeinschaft geht und nach der Kanzelrede eine andere Gemeinschaft kommt, wird der Freitagsgebet wieder gültig. Es ist auch erlaubt dass die Gemeinschaft von den Reisenden und Kranken besteht. Denn da diese Menschen Vorbeter werden dürfen, dürfen sie auch Gemeinschaft werden. Jedoch, wenn die Gemeinschaft nur aus Frauen und Kindern besteht, wird das Freitagsgebet von diesen nicht gültig.

Die Kanzelrede

Die Kanzelrede als Teil des Gebets wird nur bei Freitags- und Festtagsgebeten gehalten. Sie beginnt mit der Lobpreisung Gottes und der Huldigung des Propheten. Im Kanzelrede wird die Gemeinschaft u.a. zu religiösen Fragen aufgeklärt und Ratschläge für das gemeinschaftliche Zusammenleben gegeben.

Die Voraussetzungen für die Gültigkeit der Kanzelrede

a) Die Kanzelrede vor dem Gebet zu halten.

b) Die Absicht zur Kanzelrede tragen.

c) Die Rede rechtzeitig zu halten.

d) Während der Kanzelrede muss in der Gemeinschaft zumindest eine Person vorhanden sein.

e) Dieser Person soll jemand sein mit dem man das Freitagsgebet verrichtet werden kann.

f) Die Kanzelrede und das Freitagsgebet darf man nicht mit einer Tätigkeit sowie essen und trinken voneinander trennen. Damit das Freitagsgebet gültig wird, muss eine Kanzelrede gehalten werden. Im Vers 9 der 62. Sure wird zum “Gedenken an Allah” gerufen, sodass die Lobpreisung Gottes im Gebet und in der Kanzelrede für die Gültigkeit des Freitagsgebetes als unabdingbar angesehen werden. Diese Kanzelrede muss in der Zeit des Freitagsgebets vor dem Freitagsgebet gehalten werden, so hat auch der Prophet diese Kanzelrede vor dem Freitagsgebet gehalten. Deswegen sind alle Gelehrten der Meinung, dass man die Kanzelrede vor dem Freitagsgebet, halten muss. Es gibt auch keine Gegenmeinung dazu.

Die Sunna der Kanzelrede

1. Der Prediger soll sich bevor die Kanzelrede beginnt auf der Kanzelseite, befinden.

2. Wenn er auf die Kanzel steigt soll er sich setzen.

3. Der Gebetsruf soll vor dem Prediger rezitiert werden.

4. Nach dem der Gebetsruf rezitiert wurde, soll der Prediger beide Kanzelreden stehend rezitieren. (Die Predigt, grundlos sitzend, sich auf den rücken stützend zu rezitieren ist verpönt.)

5. Die Predigt gegenüber der Gemeinschaft zu rezitieren.

6. Nach dem man heimlich die große Basmala rezitiert hat, zum Predigt mit Dankaussagung an Allah zu beginnen. Die Glaubensgrundsätze zu rezitieren und Salawat (ein an den Propheten gerichtetes Gebet) zu rezitieren.

7. Ratschläge geben und predigt halten,

8. Aus dem Koran einen Vers rezitieren

9. Zwei Kanzelreden halten und eine Zeit (nicht länger als eine Zeit in dem man drei Koranverse rezitiert) zu sitzen.

10. An die zweite Kanzelrede mit Dankaussagung und Salawat rezitierend beginnen.

11. An die Moslems mit Sündenvergebung, Hilfe und Wohlgefallen zu beten.

12. An der zweiten Kanzelrede, seine Stimme Einbisschen leiser zu machen.

13. Beide Kanzelreden nicht lang halten.

14. Nach dem die Kanzelrede beendet, Ikama zu rezitieren. Sowie es Verpönt ist während der Kanzelrede zu sprechen, ist es auch Verpönt die sprechenden zu mahnen. Ab der Zeit an dem der Prediger auf den Kanzel ist und bis zum Pflichtteil des Freitagsgebetes ist es verpönt, zu sprechen, den sprechenden zu mahnen, Koran zu rezitieren, Salat und Selam (Grußformel) zu rezitieren, Gruß anzunehmen, essen, trinken und alles zu tun was ein Hindernis für zuhören der Kanzelrede ist. Den Fehler den man sieht, mit Handzeichen oder mit Augen versuchen zu verbessern ist nicht Verpönt. Es ist auch Verpönt während der Kanzelrede Gebet zu verrichten. Man kann während der Hutbe sitzen wie man will, aber es ist mustechap in der Gebetsposition zu sitzen. Die wegen ein Hindernis nicht zum Freitagsgebet gehen können (Kranke, Reisende und Gefangene) für sie ist es erwünscht den Mittagsgebet am Feitag, nachdem der Freitagsgebet beendet zu verrichten. Das Mittagsgebet am Freitag, vor dem Freitagsgebet zu verrichten ist Verpönt.

Menschen die wegen ein Hindernis oder auch ohne Grund nicht zum Freitagsgebet gehen, am Freitag an einem Ort wo Freitagsgebet verrichtet wird, als Gemeinschaft Mittagsgebet zu verrichten ist Verpönt. Wenn sie aber in den Dörfern und auf Land das Freitagsgebet nicht verrichten können, ist es nicht Verpönt.

Das Verrichten des Freitagsgebets

Am Freitag, bei Eintritt der Zeit des Mittagsgebetes, wird zunächst der Ezan ausgerufen. Dann verrichtet ein jeder für sich vier Einheiten Sunna Nach dem Sunna wird innerhalb der Moschee ein zweiter Ezan gerufen. Nach diesem Ezan besteigt der Imam (Vorbeter) oder Hatib (Freitagsprediger) den Minber (Freitagskanzel) und hält die Hutbe (Freitags Kanzelrede). Diese Kanzelrede zum Freitag ist Farz. Während der Kanzelrede bewahren wir absolutes Stillschweigen. Selbst, wenn einer unerlaubter Weise etwas sagt, sagen wir zu ihm nicht “Sei still!” o.ä., sondern schweigen. Falls bei unserem Eintritt in die Moschee der Sunna – Teil bereits verrichtet worden ist und der Prediger die Kanzel bestiegen hat, so unterlassen wir das Sunna — Gebet und nehmen sogleich Platz, um die Kanzelrede anzuhören.

Hat der Prediger seine Ansprache beendet, so ruft der Muezzin das Kämet aus und der Imam tritt in die Gebetsnische. Wir fassen nun die Absicht zum Gebet. Das tun wir dann in der gleichen Weise wie beim Morgengebet Dem Pflicht-Teil schließen sich dann vier Sunna-Einheiten an.

Das anschließende Mittagsgebet

Wie schon erwähnt, entfällt das Mittagsgebet an Freitagen, weil an dessen Stelle das Freitagsgebet gebetet wird. Für die Gültigkeit des Freitagsgebetes sind einige Auflagen gemacht worden, wie wir oben auch erwähnt haben. Da nun die Gefahr nicht ganz auszuschließen ist, dass das Freitagsgebet ungültig wird, haben einige Gelehrte ein Zusatzgebet Namens “Zuhr-i Ahir” (Das spätere Mittagsgebet) für notwendig gesehen, wobei es auch hier Gelehrte gibt, die anderer Meinung sind. Letztere meinen, das ein “Zuhr-i Ahir”-Gebet nicht notwendig sei. Die Befürworter des angesprochenen Gebets bringen als Argument die Gefahr des Ungültigseins des Freitagsgebets, aus Gründen, die oben angesprochen wurden.

ZumBeispiel, dass das Gebet an mehreren Gebetshäusern zugleich gebetet wird. Da es wohl ein Unding ist, festzustellen, wo das Freitagsgebet zuerst gebetet wurde, müssten alle Betenden das “Zuhr-i Ahir”-Gebet quasi als Ausgleich für das Mittagsgebet verrichten. Denn zur Zeit des Propheten wäre nur an einem Ort das Freitagsgebet gebetet.

Die Gegner der Zuhr-i Ahir konstatieren, dass man in Zweiflung kein Gebet verrichten könnte. Denn wenn man im Zweifel über ein Gebet ist, ist es ohnehin ungültig. Dies würde die Gemeinschaft irreführen und gänzlich dem Freitagsgebet schaden.

Andere Gelehrte bringen das Argument vor, dass so ein Gebet zur Lebzeit des Propheten nicht existierte. Nach der Auswertung der vorgebrachten Argumente für das, für und wider von “Zuhr-i Ahir”-Gebet ist es offenkundig, dass man so ein Gebet nicht verrichten muss. Das Argument, das zur Lebzeit des Propheten das Freitagsgebet nur in einer Moschee gebetet wurde, würde das Gegenteil nicht ausschließen, nämlich an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit beten zu können. Die Prophetengefährten wollten immer mit dem Propheten zusammen das Gebet verrichten, sodass es keinen Bedarf für eine weitere Gebetsstätte für das Freitagsgebet gab.

Auch der Gegner von mehreren Gebetsstätten, Imam Schaafii, sah, als er nach Bagdat reiste, dass das Freitagsgebet in mehreren Moscheen gleichzeitig gebetet wurde, und hat nichts dagegen eingewendet.

Heutzutage ist es unmöglich nur in einer bestimmten Moschee das Freitagsgebet zu verrichten, sodass es unvermeidlich in mehreren Moscheen gebetet wird. Allen voran geht es bei gottesdienstlichen Handlungen um die Absicht. Schon der Gesandte Allahs hat uns mitgeteilt, dass Allah die Taten nach Absichten behandelt, sodass es sich ziemt, das Freitagsgebet mit der Hoffnung zu verrichten, dass es angenommen wird.

Einerseits ist die Behauptung, dass man das “Zuhr-i Ahir”-Gebet vorsichtshalber beten sollte, mitnichten zu begründen. Von zwei Argumenten, sollte man immer das wählen, was man am besten begründen kann. Es gibt kein Ausspruch des Propheten, dass Beten des Freitagsgebet an mehr als einer Moschee in einer Ortschaft nicht erlaubt sei.

Andererseits ist Vorsicht nur dann geboten, wenn man daraus Nutzen ziehen kann. Auch die Befürchtung läge nahe, dass die Leute die eigentlichen Sunna- Gebete (Zusatzgebete) weglassen würden, um “Zuhr-i Ahir” zu beten. Wirkliche Vorsicht wäre angebracht mit dem Gebet der Sunna-Gebete des Propheten.

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