Der Glaube an Allah

Jedem volljährigen und vernunftbegabten Menschen obliegt es zuvörderst Allah zu kennen und an Ihn zu glauben. Allah existiert. Um Seiner Existenz gewahr zu werden, genügt es, uns selbst, unsere Umwelt und die kosmische Ordnung zu betrachten. Nichts in der Welt ist aus sich selbst entstanden.

Es gibt gewiss Einen, der Allem ein Sein und eine Form gegeben hat. Unsere Kleider, unser Haus, unsere Geräte, sie alle haben einen Hersteller. Genauso gibt es auch einen Schöpfer für all die Geschöpfe und für diese unfassbare Ordnung. Dieser Schöpfer ist Allah. Er ist es, der uns schuf und uns Leben gab. Und Er wird es sein, der uns den Tod gibt, um uns auf ein neues Leben zu geben. Deswegen ist es unsere primäre Pflicht, unseren Schöpfer zu kennen und an Ihn zu glauben. Allah ist existent und einzig.

Es gibt keine Gottheit denn Ihn. Im Koran heißt es:

„Euer Gott ist einer allein. Es gibt keinen Gott außer ihm, dem Barmherzigen und Gütigen.“( Koran, 2/163)

Die kosmische Ordnung, die Gesetzesmäßigkeit der Natur sind Zeichen Seiner Einzigkeit und Unvergleichlichkeit. So heißt es im Koran:

„Wenn es im Himmel und auf Erden außer Allah (noch andere) Götter geben würde, wären beide dem Unheil verfallen. Allah, der Herr des Thrones, sei gepriesen! (Er ist erhaben) über das, was sie aussagen.“ (Koran, 21/22)

Die Eigenschaften Allahs

Wir kennen Allah über Seine Eigenschaften. Der Koran lehrt uns die Eigenschaften Allahs. Denn es ist uns unmöglich, das Wesen Gottes zu kennen.

Ohnehin verlangt Allah dies auch gar nicht von uns.

Man trennt die Eigenschaften Allahs in Wesenseigenschaften und Werkseigenschaften.

  • Die Wesenseigenschaften: Existenz, Urewigkeit, Unendlichkeit, Einzigkeit, Unvergleichlichkeit, Unbedingtheit.
  • Die Werkseigenschaften: Leben, Wissen, Hören, Sehen, Sprechen, Wollen, Vermögen, Erschaffen.

Dies wollen wir kurz erörtern:

Die Wesenseigenschaften

  • Existenz: Allah ist existent aus sich selbst. Seine Existenz ist notwendig. Seine Existenz ist durch nichts bedingt.
  • Urewigkeit: Allah ist urewig, Seine Existenz hat keinen Anfang. Es gibt keinen Anfangspunkt Seines Seins. Nur unser Sein hat einen Beginn. Allah war, ehe irgendetwas Anderes war.
  • Unendlichkeit: Allahs Existenz hat kein Ende. Unser Leben und die Existenz allen Seins nimmt ein Ende. Doch Allah wird nicht enden und immer sein. So spricht der Koran: “Und ruf nicht neben Allah einen anderen Gott an! Es gibt keinen Gott außer ihm. Alles ist dem Untergang geweiht, nur er nicht. Ihm steht die Entscheidung zu. Und zu ihm werdet ihr (dereinst) zurückgebracht.“ (Koran, 28/88)
  • Einzigkeit: Allah ist einzig. In einem der kürzesten Suren des Koran heißt es: “Sag: Er ist Allah, ein Einziger, Allah, der Souveräne. Er hat weder Kinder gezeugt, noch ist er (selber) gezeugt worden. Und keiner kann sich mit ihm messen.” (Koran, 112/1-4) Allah ist in Seinem Wesen einzig, Er hat keine Teile. Seine Eigenschaften sind eins, Er ist unvergleichlich, Sein tun ist einzig, nichts ist Ihm gleich.
  • Unvergleichlichkeit: Allah ähnelt nicht den Geschöpfen. Er ist in allem verschieden von ihnen. Der Koran sagt: “Es gibt nichts, was ihm gleichkommen würde. Er ist der, der (alles) hört und sieht.“ (Koran, 42/11)
  • Unbedingtheit: Allah ist aus sich selbst. Sein Sein ist wesentlich und durch nichts bedingt.

Die Werkseigenschaften

  • Leben: Allah ist wahrlich und unendlich lebendig. Er gibt allen Wesen das Leben. Im Koran heißt es: “Allah (ist einer allein). Es gibt keinen Gott außer ihm. (Er ist) der Lebendige und Beständige.“ (Koran, 2/255)
  • Wissen: Allah hat Kenntnis über alles im Himmel und auf Erden. Er kennt, was im Herzen des Menschen liegt. Nichts bleibt ihm verborgen. Er wusste alles über das Sein noch ehe es war.
  • Hören: Allah hört alles, das Nahe wie das Ferne. Er hört, was wir uns zuflüstern. Sein hören bedarf keines Organs.
  • Sehen: Allah sieht alles, das Verborgene und das Enthüllte, das Lichte und das Dunkle, das Kleine und das Große. Er sieht was wir tun, egal wo wir es tun. Sein sehen bedarf keines Organs.
  • Wollen: Allah hat ein Wollen und tut was Er will. Um Sein Wollen umzusetzen bedarf er keines Helfers. In diesem Zusammenhang heißt es im Koran: “Wenn Allah etwas will, sagt er nur: sei und es ist.“ (Koran, 36/82)
  • Sprechen: Allah ist sprechend. Er spricht ohne auf Buchstaben und Töne angewiesen zu sein. Der Koran und die anderen Offenbarungsschriften sind Seine Worte. Allah hat Seinen Propheten und den Engeln mitgeteilt, was er vermitteln wollte.
  • Vermögen: Allah vermag alles zu tun, er hat Macht über alles. Nichts existiert, was nicht in Seiner Macht stünde.
  • Erschaffen: Er ist es, der alles im Himmel und auf Erden erschaffen hat und der allem Sein eine Fortdauer gibt. Es gibt keinen Schöpfer außer Ihm.

Dies sind die Eigenschaften Allahs, über sie kennen wir Allah. An Allah zu glauben heißt daran zu glauben, dass dies Seine wesentlichen Eigenschaften sind.



Die Gottesliebe

Die größte Liebe ist die Liebe zu Gott.

Wir lieben unsere Eltern, denn sie haben sich um uns gekümmert und uns in Barmherzigkeit und Liebe aufgezogen. Sie haben ihr Bestes gegeben, um uns auf das Leben vorzubereiten. Deswegen lieben wir sie.

Weshalb haben wir Allah zu lieben?

Überlegen wir einmal: Wer hat uns geschaffen und uns mit unendlichen Gaben beschenkt? Wer ist es, der uns Vernunft und Verstand gegeben hat und uns hervorgehoben hat über die anderen Wesen? Zweifelsohne ist dies Allah. Also ist Er es, der die größte Liebe verdient. Deswegen haben wir Ihn über alles zu lieben. Um Allah zu lieben müssen wir Ihn kennen und von Ihm wissen. Denn der Mensch kann nur lieben, was er kennt. Deswegen liebt nur derjenige Allah, der an Ihn glaubt. So heißt es denn auch im Koran:

“Und unter den Menschen gibt es welche, die sich außer Allah (andere) seinesgleichen (zu Göttern) nehmen, indem sie ihnen dieselbe Liebe erweisen wie ihm. Doch die Gläubigen lieben Allah mehr.”( Koran, 2/165)

Wie haben wir Allah zu lieben?

Es reicht nicht aus, dass wir sagen, wir lieben Allah. Dieses Wort muss auch gezeigt werden. Das Zeichen der Liebe ist, dem letzten Propheten Mohammed zu folgen, auf seinem Weg zu schreiten und sich seine Tugend zu eigen zu machen. Dies bedeutet gleichzeitig auch, dass man Allahs Geboten folgt und Seine Verbote einhält. In diesem Zusammenhang heißt es im Koran: “Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, damit (auch) Allah euch liebt und euch eure Schuld vergibt! Allah ist barmherzig und bereit zu vergeben.” (Koran, 3/31). Also genügt es für den Menschen nicht, lediglich zu sprechen ich glaube an Allah. Allah zu lieben bedeutet, auch Seinen Propheten zu lieben. Den Propheten zu lieben bedeutet, ihn sich zum Vorbild zu nehmen.

Der Mensch vergisst nicht den, den er liebt. Wer Allah liebt, der gedenkt ständig Seiner. Was ist natürlicher, als dass ein Mensch dessen gedenkt, den er liebt und um dessen Wohlwollen er strebt?

Wer Allahs gedenkt, dessen gedenkt auch Allah. Denn Allah lässt nichts ohne Antwort. Er liebt denjenigen, der Ihn liebt. Wer von Ihm etwas verlangt, geht nicht mit leeren Händen aus. Wer auf Ihn vertraut, steht in Seinem Schutze und wird erhöht. Der Koran sagt: “So gedenkt meiner, damit (auch) ich euer gedenke, und seid mir dankbar und nicht undankbar!” (Koran, 2/152)

Die Gottesfurcht

Allah ist uns näher als unsere Hauptschlagader. Er sieht uns überall und jederzeit und weiß was wir tun. Nichts im Himmel und auf Erden bleibt Ihm verborgen. Er sieht uns und unsere Taten auch an verborgenen Orten, die kein anderer kennt. Er kennt selbst unsere innigsten Gedanken. Er wird uns zur Rechenschaft ziehen und den Guten Lohn geben, den Bösen Strafe. Wenn er Gericht hält, werden wir keines unserer Taten verbergen können.

Wer derart an Allah glaubt, empfindet natürlich Gottesfurcht. Gottesfurcht bedeutet, die Ge- und Verbote Gottes zu beachten. Gottesfurcht ist die Grundlage für die Glückseligkeit im Diesseits und im Jenseits. Wer gottesfürchtig ist, handelt nach Maß. Der Gottesfürchtige ist bemüht, rechtens und aufrichtig zu handeln. Er hält sich fern der Sünde und bemüht, sich gut zu sein im Umgang mit seinen Mitmenschen und seiner ganzen Umwelt. Denn er weiß, dass Allah alles sieht, was er tut und dass er eines Tages davon Rechenschaft abzulegen hat.

Die Gottesfurcht bringt Nähe zu Gott, es ist ein Schlüssel für Sein Wohlwollen und für das Paradies.

Im Koran heißt es: “Wenn aber einer den Stand seines Herrn gefürchtet und sich nicht erlaubt hat, (persönlichen) Neigungen nachzugehen, ist das Paradies (für ihn) der Ort der Einkehr.” (Koran, 79/40-41)

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