Der Glaube an die Propheten

Das Bedürfnis nach Propheten

Eines der sechs Grundlagen des Glaubens ist der Glaube an die Propheten.

Ein Prophet ist eine auserwählte Persönlichkeit, die Gott gesandt hat, auf dass sie den Menschen den rechten Weg weise. Die Propheten verkünden, was sie von Gott an Offenbarung erhalten haben und spielen somit eine Botschafterrolle zwischen Gott und den Menschen.

Einige Propheten haben Schriften erhalten. Diese Propheten nennen wir Gesandte (rasul). Es gibt aber auch Propheten, die nicht mit einer Buchreligion gekommen sind. Diese Propheten folgen den Geboten der vorangegangenen Schrift und verkünden diese. Diese nennen wir Propheten (nabi). Dementsprechend ist zwar jeder Gesandter gleichzeitig ein Prophet, doch nicht jeder Prophet ist gleichzeitig Gesandter im engeren Sinn.

Die Menschen bedürfen der Gesandten. Denn der Mensch kann nicht alles mit seinem Verstand erschließen. Wir können mit unserem Verstand unseren Schöpfer erkennen, doch wie wir Ihn anzubeten haben, bleibt außerhalb des Erkennbaren. Die Propheten sind es, die uns hierüber aufklären. Dies ist auch der Grund, weshalb Gott jenen nicht strafen wird, welchen er keine Propheten gesandt hat. (vgl. Koran, 17/15)

Die Aufgaben und Eigenschaften der Propheten

Da die Propheten zwischen Gott und den Menschen vermitteln, gehört es zu ihren Aufgaben Wissen über den Schöpfer zu geben, zu vermitteln, wie Er anzubeten ist und Seine Ge- un Verbote zu verkünden. Dies ist ihr Entsendungsgrund. Alle Propheten haben diese ihre Aufgabe fehlerfrei erfüllt. Propheten sind Menschen wie wir. Doch weil sie erwählte Diener Gottes sind, tragen sie bestimmte besondere Eigenschaften. Diese trennt man in die notwendigen und die möglichen Eigenschaften.

Die notwendigen Eigenschaften der Propheten

  • Aufrichtigkeit: Die Propheten sind aufrichtige Menschen. Sie lügen nie, tun kein unrecht. Was sie in der Religion sprechen ist von Gott und richtig. Die Propheten sind nicht nur mit Beginn ihrer Sendung, sondern auch vorher aufrichtige Menschen.
  • Vertrauenswürdigkeit: Propheten sind in jeder Hinsicht vertrauenswürdige Personen. Sie haben ihre Aufgaben auf das Beste erfüllt und was ihnen anvertraut ist auf das Beste bewahrt
  • Verkündung: Die Propheten haben alles, was sie von Allah an Offenbarung erhalten haben ohne den geringsten Fehler oder Mangel verkündet.
  • Verständigkeit: Propheten sind kluge, verständige Menschen. Dies ist notwendig, damit sie ihre Aufgabe rechtens erfüllen können.
  • Sündenfreiheit: Da Propheten eine Vorbildfunktion innehaben, beschützt Gott sie vor Sünde und Vergehen. Diese Eigenschaft ist allein den Propheten eigen.

Aus diesen fünf notwendigen Eigenschaften der Propheten folgt, dass sie auch keine schlechten Eigenschaften wie Hochmut, Lästerung o.ä. tragen. Was die möglichen Eigenschaften der Propheten anbelangt, so sind dies Eigenschaften, die allen Menschen gemeinsam sein können.

Propheten, die im Koran genannt werden

Zwischen dem ersten Propheten Adam und dem letzten, Mohammed gab es zahllose Propheten. Gott allein kennt ihre Zahl. Der Koran erwähnt einige Propheten mit Namen, auf andere verweist er nur. Wir glauben an alle Gesandten Gottes und lassen Debatten um ihre Anzahl beiseite.

Im Koran werden folgende 25 Propheten genannt:

  1. Adam
  2. Idris,
  3. Noah,
  4. Hud,
  5. Salih,
  6. Schuaib,
  7. Abraham,
  8. Lot,
  9. Isaac,
  10. Ismael,
  11. Jakob,
  12. Josef,
  13. Mose,
  14. Aaron,
  15. David,
  16. Salomon,
  17. Hiob,
  18. Du‘l Kifl,
  19. Elyas,
  20. Elyesa,
  21. Zacharias,
  22. Jonas,
  23. Johannes,
  24. Jesus
  25. Mohammed.

Darüber hinaus finden im Koran die Namen Du‘l Qarnain, Lokman und Uzair Erwähnung. Doch ist unsicher, ob es sich bei diesen um Propheten handelt. Die Meinungen hierüber scheiden sich. Wenn wir sie als Propheten annehmen, so ist die Zahl der im Koran erwähnten Propheten 28.

Die Gemeinsamkeiten der Religionen

Alle Propheten von Adam bis Mohammed haben die eine monotheistische Religion verkündet. Diese monotheistische Religion trägt bestimmte unwandelbare Eigenschaften, welche von allen Propheten gleichermaßen verkündet werden. Diese gemeinsame Grundlage bilden die oben erwähnten sechs Glaubensgrundsätze. Alle Propheten haben eine Religion verkündet, die die Religiosität, die Person, die Vernunft, die Nachkommenschaft und das Eigentum zu Schützen bezweckt. Doch neben diesen gemeinsamen Zwecken differieren die Religionen entsprechend der Bedürfnisse und Umstände ihrer Offenbarungszeit und Region in ihren Grundverboten, sowie in der Form ihrer Gebete.

Prophetische Wunder und Heiligenwunder

Die Propheten werden von Gott erwählt, man kann sich nicht zu einem Propheten hocharbeiten. Gott hat quasi als Beweis ihrer Prophetenschaft den Propheten Wunder mitgegeben.

Prophetische Wunder – sind von Gott gegebene Wunder, die der Prophet zeigt, um seine Prophetenschaft zu beweisen. Die Wunder dienen als Zeugen der Prophetenschaft. Doch kann kein Prophet Wunder zeigen, solange Gott dies nicht will. Nicht jedes außergewöhnliche Begebnis ist gleich ein Wunder. Wie aus der Definition herauszulesen ist, sind es die Propheten, die wahre Wunder zeigen.

Wenn eine Person etwas Außergewöhnliches und Wunderbares zeigt, ohne das er ein Prophet zu sein behauptet, so nennt man dies ein Heiligenwunder. Die Heiligenwunder gelten gleichzeitig als Wunder der Propheten, denen diese Heiligen zugehören. Wenn ungläubige Menschen etwas Derartiges zeigen, so nennt man dies eine Verwünschung.

Die Propheten haben die Wunder gezeigt, die man von ihnen forderte. Auch unser Prophet zeigte Wunder.

Die Wunder unseres Propheten

  • Der Koran selbst

Zweifelsohne ist das größte Wunder unseres Propheten der Koran. Jeder Prophet hat ein Wunder in dem Bereich hervorgebracht, der zu seiner Zeit am fortgeschrittensten war. Zur Zeit unseres Propheten war Literatur und Dichtung fortgeschritten. Das schöne Wort und die Dichtung waren weit verbreitet unter den Arabern. Die besten Dichtungen wurden zum Lohn an die Kaaba gehangen. In einem solchen Umfeld begann unser Prophet, der nicht die Dichtung gelernt und nicht einmal lesekundig war, Koranverse zu sprechen. Die Dichter fielen in Verwunderung angesichts der schönen Worte die der Prophet sprach. Manche nannten die koranischen Worte eine Dichtung oder reine Zauberei, doch der Koran widersprach und forderte auf, etwas ihm Gleiches hervorzubringen. Dies geschah nicht, denn der Koran war nicht das Wort eines Menschen, es war Gottes Wort.

  • Die Spaltung des Mondes

Unser Prophet zeigte weitere Wunder neben dem Koran. Eines dieser Wunder ist die Teilung des Mondes. Dies geschah wie folgt: Die Mekkaner verlangten von unserem Propheten ihnen ein Wunder zu zeigen, und zwar dass er den Mond entzwei teile. Der Prophet tat dies und jeder sah die Teilung offenkundig. (Buhari, Menakib, 36)

  • Kenntnis über das vergiftete Fleisch

Ein weiteres Wunder unseres Propheten war, dass er kundgab, dass ein ihm Gebotenes Rindfleisch vergiftet war. Der Vorfall geschah wie folgt: Als Haibar zu Medina erobert wurde, brachte eine jüdische Frau aus Haibar den Propheten Rindfleisch, in welches sie Gift getan. Der Prophet sprach sogleich: “Esset nicht von diesem Fleische.” Anschließend ließ er die jüdische Frau zu sich rufen und fragte:

Du hast wohl Gift in dieses Fleisch getan?

Woher weißt du das?

Dieses Stück Fleisch hat es mir berichtet.

Jawohl, ich habe darin Gift getan.

Weshalb?

Ich dachte, so du ein wahrer Prophet bist, würde dir nichts passieren, andernfalls wären wir deiner befreit.

(Buhari, Bab’ul-Cizya ve’l muvadaa, 7)

Prophezeiungen und Wissen über das Vergangene

Zu den Wundern des Propheten gehört ferner, dass er über das Vergangene und

das Kommende bescheid gab. So hat er vor der Schlacht zu Badr bei Namen diejenigen

genannt, die fallen werden und auch die Orte genannt, an denen sie fallen werden.

Tatsächlich trat die Prophezeiung ein. (Zadu’l-Mead, B. 2, S. 96)

Die Eigenschaften unseres Propheten

Die Propheten unterscheiden sich nicht in ihrer Prophetenschaft. Wir trennen

nicht unter ihnen und wissen, dass sie alle Gottes Gesandte sind. Doch finden sich graduelle unterschiede zwischen den Propheten angesichts ihrer  besonderen Eigenschaften.

Auch unser Prophet hat besondere Eigenschaften, die ihn vor anderen hervorheben.

Diese sind:

  • Unser Prophet ist gesandt als Barmherzigkeit für die Welten.

Unser Prophet ist nicht nur der Prophet der Araber, wie manche glauben, sondern seine Botschaft geht an die ganze Menschheit.

  • Unser Prophet ist mit der letzten Religion gekommen.

Die islamische Religion ist die letzte der Religionen. Nach ihr wird keine neue Religion offenbart werden und der Islam wird ewig wahren.

  • Unser Prophet ist der letzte der Propheten.

Unser Prophet ist der letzte Prophet, es wird keinen Propheten nach ihm geben. So heißt es denn auch im Koran:

“Muhammad ist nicht der Vater von (irgend) einem eurer Männer (auch wenn dieser sein Nennsohn ist). Er ist vielmehr der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten. Allah weiß über alles Bescheid.” (Koran, 33/40)

Nach dem Tode unseres Propheten gab es Leute, die für sich auch eine Prophetenschaft beanspruchten. Diese nennt man die Lügenpropheten. Zu ihnen gehört Musailama al-Kazzab (Musaliama der Lügner). Dies sind einige besondere Eigenschaften unseres Propheten.

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